Aktien Grundlagen

Ein Fachbeitrag von Dietmar Vogelsang

Aktien sind - börsennotierte oder nicht börsennotierte - Wertpapiere, deren Inhaber am Unternehmen mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) zum Nennwert der Aktie beteiligt sind. Die Höhe des Nennwerts besagt, mit welchem Anteil der Aktionär am Grundkapital der AG beteiligt ist. In Deutschland beträgt der Mindestnennwert für Aktien aktuell ein Euro. Seit der Euro-Einführung ist es auch möglich, nennwertlose Aktien, so genannte Quoten- oder Stückaktien zu emittieren. Das Grundkapital einer deutschen Aktiengesellschaft beträgt mindestens 50.000 Euro (Stand 01â??2006) und verteilt sich auf Nennwert- oder Stückaktien.

 

Im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren sind Aktionäre durch die Dividende am unternehmerischen Erfolg (Gewinn) der AG beteiligt und haften dafür in Höhe des Nennwerts der Aktien. Beinhaltet die Aktie Stimmrechte, so haben die Aktionäre auf der jährlich stattfindenden Hauptversammlung die Möglichkeit, an unternehmerischen Entscheidungen z.B. über die Gewinnverwendung mitzuwirken. Überdies haben Aktionäre auch das Recht auf den Bezug junger Aktien im Falle deren Ausgabe, das Recht auf Auskunft oder auch auf einen Anteil am Liquidationserlös.

 

Während Stammaktien (â??Stämmeâ??) dem Inhaber ein Stimmrecht pro Aktie zusichern, haben Vorzugsaktien (â??Vorzügeâ??) kein Stimmrecht, erhalten dafür jedoch eine höhere Dividende. Eine eher seltene Variante sind sogenannte Namensaktien, die auf den Namen eines Aktionärs ausgestellt sind und nur in besonderen Fällen (z.B. bei Familienunternehmen) sinnvoll erscheinen. Der Handel mit Namensaktien wird erschwert, da Verkauf und Übertragung nur durch Indossament auf der Rückseite der Aktien möglich ist. Sogenannte vinkulierte Namensaktien sind eine Sonderform der Namensaktie, bei der eine Übertragung mit Zustimmung der Gesellschaft möglich ist.

Die Aktien werden häufig zu dem Zweck ausgegeben, die Aktionärsstruktur zu überwachen oder die Übernahmen durch einen unliebsamen Konkurrenten zu verhindern. Ein grundsätzliches Problem bei der Neuausgabe von Aktien ist das Risiko einer Verwässerung der Gewinne je Aktie - aufgrund der dann entsprechend höheren Anzahl der Aktien.

 

Exkurs: Eine relativ neues Produkt am Kapitalmarkt sind â??Reverse Convertible Bondsâ?? (Aktienanleihen), bei denen sich der Emittent das Recht vorbehält, anstelle der Rückzahlung der Anleihe eine von vornherein festgelegte Stückzahl einer Aktie zu liefern. Der Knackpunkt: Es handelt sich um eine Wette auf den Aktienkurs. Denn eine Rückzahlung mit Aktien wird der Anleiheschuldner natürlich nur dann vornehmen, wenn deren Wert geringer ist als der Nominalwert der zu tilgenden Anleihe. Im Gegenzug ist der Zinssatz der â??Anleiheâ?? meist höher als das marktübliche Zinsniveau.

 

Tipp: Die ganzheitliche Betrachtung eines den Anforderungen, Wünschen und Zielen des Anlegers gerecht werdenden, sinnvoll bestückten, gut diversifizierten Aktiendepots erfordert eine Menge Know-how und Erfahrung des Beraters im Bereich der Unternehmen, von Märkten und Branchen. Und nicht zuletzt hinreichende Expertise bei der Beurteilung der Anleger-Risikomentalität als auch der Risikotragfähigkeit des mit dem Anlagekonzept verfolgten Anlageziels. Wegen der durchaus hohen Risiken solcher Anlagen ist die Hinzuziehung eines unabhängigen Experten zu empfehlen. Ist bereits ein Engagement schief gegangen, sollte insbesondere die Expertise von Sachverständigen und Rechtsanwälten genutzt werden.

Dietmar Vogelsang
Sachverständiger, Unternehmensberater, Vermögensberater
bei Vogelsang & Sachs Sachverständigen-Societät für Kapitalanlagen und private Finanzplanung in Bad Homburg