Honorarberatergipfel in Berlin: Mittwoch, 8. April 2009, 11 Uhr

Ein Fachbeitrag von Ulf Niklas

Berlin. Die Fachtagung des Bundesverbraucherministeriums am 10. März 2009 war nicht nur der Startschuss für die ?Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen?; in den letzten Tagen füllten die Beiträge über die Diskussionsrunde mit Ministerin Aigner die Zeitungen und Online-Dienste. Zugleich war die Qualitätsoffensive Top-Thema in den TV-Nachrichten.

 

Hintergrund: Gemäß der inzwischen viel zitierten Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz verlieren deutsche Anleger jährlich zwischen 20 und 30 Milliarden Euro durch falsche und provisionsgesteuerte Beratung. Die aktuelle Finanzmarktkrise hat diese Defizite erneut offenbart. Zur Prüfung und Verbesserung der Vertriebsstrukturen von Finanzprodukten hatte das Bundesverbraucherministerium deshalb die Studie ?Anforderungen an Finanzvermittler - mehr Qualität, bessere Entscheidungen? beim Forschungs- und Beratungsunternehmen Evers und Jung aus Hamburg in Auftrag gegeben.

 

Als eine der zentralen Folgerungen und Empfehlungen formuliert die Studie: ?Qualitätsprobleme in der Finanzvermittlung sind am effizientesten aufzulösen, wenn der Interessenskonflikt Beratung versus Produktverkauf aufgelöst wird. Im Idealfall kauft der Verbraucher Beratung neutral und unabhängig ein und setzt die Ergebnisse anschließend mit anderen Anbietern um. Eine solche, so genannte Honorarberatung ist in anderen Ländern bereits deutlich verbreiteter als in Deutschland.?

 

?Exakt für diese Honorarberatung stehen und arbeiten wir.? erläutern Thomas Abel, Kai Drabe und Ulf Niklas, alle drei mit eigenen Unternehmen bereits seit langem erfolgreich als eigenständige Honorarberater tätig und nun die ?Initiative der qualifizierten und unabhängigen Honorarberater für mehr Transparenz in der Finanzberatung und -vermittlung? vertretend. ?Die Kunden können die Argumente für eine tatsächlich unabhängige und transparente Honorarberatung nachvollziehen.? erläutert Thomas Abel. ?Die aktuelle Diskussion rund um die Qualitätsoffensive des Bundesverbraucherministeriums trägt ganz aktuell zu einer besonderen Aufmerksamkeitswirkung bei.?

 

Für den Kunden - einmal von den Vorzügen der Honorarberatung überzeugt - sei es aber unter Umständen nicht einfach, den ?richtigen? Honorarberater zu finden. ?Wir möchten mit unserer Initiative hier eine wesentliche Entscheidungshilfe leisten.? führt Ulf Niklas aus. 

 

Kai Drabe ergänzt: ?Wichtig ist uns vor allem die besonders hohe Qualität der Honorarberatung - und damit die entsprechende Qualifizierung des Honorarberaters selbst. Beides kommt schließlich dem Kunden zugute und steht damit für dessen richtige Wahl. Bisher gibt es keine Qualitätsanforderung und Registrierungspflicht. Im Versicherungsbereich sind wir mit der gesetzlich fixierten Trennung von Versicherungsberater und Versicherungsvermittler schon einen deutlichen Schritt weiter.?

 

Thomas Abel erläutert: ?Es ist unser Anliegen, eine Initiative zu schaffen, die als einheitliches Sprachrohr der qualifizierten Honorarberater fungieren kann, da es eine solche in Deutschland bisher noch nicht gibt.? Zugleich sei es aber auch wichtig, dem möglichen Eindruck gegenzuwirken, dass sich derzeit einzelne Marktteilnehmer als Vertreter fast aller, insbesondere der besonders qualifizierten Honorarberater am deutschen Markt präsentieren würden.

 

?Hier in Berlin sitzen wir nah an den politischen Instanzen und sind als fachliche Experten für die Willensbildung innerhalb der politischen Gremien gefragt.? erklärt Ulf Niklas. ?Wir sehen uns dabei als Vertreter der besonders qualifizierten und unabhängigen Honorarberater.?

 

Um die Akzeptanz der Initiative innerhalb der Branche noch zu vergrößern, lade man im nächsten Schritt Vertreter von Vereinen und Verbänden, die sich bereits zur Honorarberatung bekannt haben oder eine Trennung zwischen Beratung und Vertrieb befürworten, zum Gipfeltreffen der Honorarberater am Mittwoch, den 8. April 2009, um 11 Uhr im ABION Spreebogen Waterside Hotel, Alt-Moabit 99, 10559 Berlin, ein. ?Hier werden wir unsere Forderungen an die Bundesregierung diskutieren und dann in die zuständigen politischen Gremien und die Öffentlichkeit tragen.? führt Thomas Abel weiter aus. ?Eine solche Veranstaltung hat es unseres Wissens in unserer noch sehr jungen Branche bisher noch nicht gegeben. Sie soll und wird deshalb wegweisend sein. Unsere Initiative soll zugleich einen gemeinsamen Auftrag und besonderen Rückhalt aus den bisherigen unterschiedlichen Gruppierungen der Honorarberater erhalten.? Eine Weiterentwicklung der Initiative zu einer Interessenvertretung bis hin zu einem besonderen Qualitätssiegel für Honorarberater stehe auf der Agenda.

 

 

Zur ?Initiative der qualifizierten und unabhängigen Honorarberater für mehr Transparenz in der Finanzberatung und -vermittlung?:

 

Die Initiative hat sich im Rahmen der vom Bundesverbraucherschutzministerium unternommenen Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen im März 2009 gegründet. Ihr Ziel ist es insbesondere, eine besonders hohe Qualität in der Honorarberatung sicherzustellen. Damit sollen in der noch jungen Branche hohe und damit für den Kunden wertvolle Standards gesetzt werden.

Ulf Niklas
Vermögensberater
bei Niklas Berliner Honorarberater GmbH in Berlin