Vermögensplanung - zweiter Schritt Vermögensaufbau

Ein Fachbeitrag von Dr. Tobias Weiß

Vermögensaufbau


Hierzu eignen sich beispielsweise Aktien oder Aktienfonds. Bei Einzeltiteln sollte jedoch ein gutes Know-how und vor allen Dingen entsprechende Zeit zur Marktbeobachtung vorhanden sein. Auch bei der Auswahl ist zu beachten, dass Small und Mid Caps meistens höhere Risiken (aber auch Chancen) bieten. Gleiches gilt für sog. Themen- oder Branchenfonds. Die langfristigen Renditechancen liegen etwa zwischen 6 und 12% p.A.. Allerdings sind diese Anlagen nur etwas für Anleger, die auch mal bereit sind Verluste von 20, 50 oder mehr Prozent in Kauf zu nehmen. Der Anlagehorizont sollte üblicherweise mindestens (unbedingt gemäß individuellem Angebot überprüfen!) fünf Jahre betragen. Diese Anlageformen eignen sich eher nicht dafür, dass zu einem späteren festen Zeitpunkt aufgelöst werden muss um beispielsweise einen Kredit abzulösen oder eine Altersvorsorge, als quasi Rentenleistung o. ä., zu gewährleisten.

 

Auch unternehmerische Beteiligungen über sogenannte â??Geschlossene Fondsâ?? (Beteiligungsmodelle) können unter bestimmten Voraussetzungen interessant sein. Meistens handelt es sich um Immobilien, Windkraftanlagen, Medienbeteiligungen, Lebensversicherungs- oder auch sog. Equity-Fonds. Diese Beteiligungsformen bieten oft steuerliche Anreize, sind aber generell äußerst kritisch zu prüfen bevor man sein gutes Geld hier investiert. Ein vorzeitiger Ausstieg ist oft kaum möglich oder nur unter hohen Verlusten. Die Anbieter/Angebote versprechen oft mehr als sie halten können. Der Anlagezeitraum liegt meistens zwischen 12 und 30 Jahren.

 

Natürlich sind auch Investitionen in Kapitalanlageimmobilien nicht zu vergessen. Bei Neubauimmobilien sind allerdings selten wirklich Gewinne (Wertsteigerung der Immobilie) zu machen und wenn, dann dauert es meistens 15, 20 oder mehr Jahre bis es soweit kommt. Profis investieren eher in unterbewertete Gebrauchtimmobilien, die aufgrund eines Mietsteigerungspotentials noch Gewinnmöglichkeiten bieten. Die Mietrenditen liegen bei Neubauimmobilien zwischen 3 und 5%, für Gebrauchtimmobilien zwischen 4 und 8% p. A.. Wobei Wohnimmobilien eher den unteren Bereich und Gewerbeimmobilien den oberen Bereich bilden. Wer hier investieren möchte, sollte unbedingt auf günstige Erwerbskonditionen, notwendige Erhaltungsmaßnahmen und den später oft erheblichen Zeitaufwand achten. Das größte Wertsteigerungspotential in der Vergangenheit boten allerdings eher die Grundstücke als die darauf errichteten Gebäude. Übrigens: Die eigengenutzte Immobilie ist nur in den seltensten Fällen ein â??rentables" Investment.

 

Gerade für Unternehmer/innen sind aber auch Modelle über die Betriebliche Altersversorgung interessant. Hier gibt es viele Varianten, die unbedingt individuell abgestimmt werden müssen. Interessante steuerliche Potentiale und einigermaßen sicherheitsorientierte Aspekte bieten eine attraktive Grundlage für ein gutes Investment. Grundsätzlich muss aber eine flexible Anwendungsmöglichkeit beachtet werden, damit in Zeiten enger unternehmerischer Liquiditäts- bzw. Ertragslage entsprechend reagiert werden kann.Unter steuerlichen Gesichtspunkten können auch langfristige Zerobonds zwecks Verschiebung steuerpflichtiger Erträge in die möglicherweise â??steuerärmereâ?? Phase der Ruhestandssituation in Frage kommen. Aufgrund Ihrer langen Laufzeiten bergen jedoch auch ansonsten sicherheitsorientierte festverzinsliche Anlagen von bspw. Single bis Tripple A einige Risiken. So kann ein vorzeitiger Verkauf den gesamten Steuerspareffekt schnell zunichte machen oder die Bonität des Emittenten verschlechtert sich und die Zinszahlungen und/ oder Rückzahlung ist gefährdet.

Dr. Tobias Weiß
Sachverständiger, Unternehmensberater, Vermögensberater, sonstige Honorarberater
bei Sachverständigen-Societät für Kapitalanlagen und private Finanzplanung Mustermann & Partner in Ludwigsburg