Altersvorsorge ökologisch

Ein Fachbeitrag von Rainer Michaelis

Wer sich für seine Altersvorsorge allein auf die gesetzliche Rente verlässt, wird eine bittere Erfahrung machen. Auch bei einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren erhalten Senioren daraus nur rund 70 Prozent ihres letzten Netto-Gehaltes, in der Praxis sind die "Versorgungslücken" meist weitaus größer. Umso wichtiger ist es, so früh wie möglich mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge zu beginnen.
Möglichkeiten dafür gibt es durch eine betriebliche Altersvorsorge, im Rahmen einer Riester- oder Rürup Rente, durch Fondssparpläne oder Lebensversicherungen.
Im Zeitalter von Klimawandel, schwindenden natürlichen Ressourcen, Missbrauch von Atomenergie und Rüstungsgütern, Genmanipulation oder wie zuletzt in Indien in Form massiver Arbeitsschutzverletzungen  muss die private Altersvorsorge auch noch in einer anderen Richtung zukunftsfähig sein: Durch eine entsprechende Auswahl des Vorsorgeprogramms lassen sich Ökonomie und Ökologie hervorragend verbinden.

 
Ökologie und Geldanlage - für private Anleger bisher ein Nischenthema
Das Thema Ökologie und Geldanlagen wird in Deutschland zu wenig bei der  Auswahl der passenden Anlageformen berücksichtigt. Im Jahr 2012 betrug das Gesamtvolumen immerhin bereits  63 Milliarden und stieg um  elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Wesentlichen werden diese Anlagen vor allem durch institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Stiftungen genutzt. Nachhaltige, grüne Geldanlagen müssen ökologisch, sozial und ethisch korrekt sein. Dies bedeutet, die Investition muss die Entwicklung unserer Umwelt nachhaltig positiv beeinflussen. Sie muss die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft bewahren und fördern und sie muss Werten folgen, die der Allgemeinheit dienen. Negativkriterien sind z.B.: Ausbeuterische Kinderarbeit, Tierversuche und artwidrige Tierhaltung, Raubbau, Herstellung von Kriegswaffen und Rüstungsgütern, Erzeugung von Atomenergie und Verstöße gegen internationale Konventionen.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anbietern welche  Anlagemöglichkeiten anbieten, die den strengen Kriterien  ökologisch, sozial und ethisch entsprechen. Es gibt Grüne Renten, Fonds welche in Windkraft anlegen, Solarenergie und Wasserkraft  investieren, sogenannte  Mikrofinanzfonds welche Mikrokredite und damit Hilfe zur Selbsthilfe z.B. für Existenzgründer in Entwicklungsländern ermöglichen, Sparpläne, Tagesgeldkonten, Rentenversicherungen, Lebensversicherungen und vieles mehr.
 
Altersvorsorge mit Ökologie - renditestark und sicher

Vorsorgeinvestitionen in Ökologie und nachhaltige Projekte sind mindestens ebenso renditestark wie konventionelle Geldanlagen. Abhängig von der Wahl des Anlagemodells sind sie auch mit der gleichen Vermögenssicherheit verbunden. Grundsätzlich gilt, dass eine "grüne Geldanlage" nach den gleichen Prinzipien bezüglich  Förderung und Auszahlungsmodalitäten einer Riester- oder Rürup-Rente wie konventionelle Anlageformen behandelt wird.

Unser Fazit: Die Beträge, die auf der jährlichen Renteninformation erscheinen, sind zu schön, um wahr zu sein. Das Ansparen einer privaten Altersvorsorge ist daher für jeden und in jeder Altersklasse wichtig. Durch ein Vorsorgeprogramm, das Ökonomie und Ökologie verbindet, sichern wir nicht nur unsere eigene Zukunft ab, sondern nehmen auch aktiven Einfluss auf die Zukunftsmöglichkeiten kommender Generationen. Allerdings unterscheidet sich auch in diesem Marktsegment das Potenzial der verschiedenen Angebote beträchtlich, denn nicht alles was sich "grün" nennt ist auch wirklich grün. Vor einem Vertragsabschluss sollte daher eine professionelle Beratung durch einen Spezialisten für nachhaltige, grüne Kapitalanlagen stehen. Dieser sollte nicht durch eigene Provisionserwartungen inhaltlich gebunden sein, sondern für seine Mandanten im Rahmen einer Honorarberatung tätig werden.

Rainer Michaelis
Sachverständiger, Unternehmensberater, Vermögensberater, sonstige Honorarberater
bei MICHAELIS Finanzkanzlei für Unternehmen und Privathaushalte in Traunstein